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Schlafende Flamingos (Road Movie)

 

Eine junge Polin (ANNA, 23), die seit einigen Jahren in Berlin lebt und ihr Geld momentan damit verdient, dass sie auf Flohmärkten selbst gefertigte Portemonnaies vertreibt, fährt wegen der knappen Kasse per Anhalter Richtung Masuren, wo sie Reisverschlüsse für ihre Flohmarktgeschäfte kaufen und gleichzeitig die Großmutter besuchen will. Ein älteres Ehepaar hält an und nimmt die junge Frau mit. Ziemlich schnell entsteht zwischen dem Fahrer und seiner Frau ein Streit, der so weit eskaliert, dass die junge Mitfahrerin sich in der Gegenwart der beiden immer unwohler fühlt und schließlich an einer Raststätte den Wagen freiwillig wieder verlässt.

 

Kurz darauf trifft sie im angrenzenden Schnellrestaurant auf einen deutschen Mathematik-Studenten (PHILIPP, 26), der mit

seinem in die Jahre gekommenen Volvo gerade auf dem Weg zu einem Kongress in der Ukraine ist. Schnell kommen die beiden ins Gespräch, über die gescheiterte Mitfahrgelegenheit, über Beziehungen und über das, was sie sich vom Leben erhoffen. Sie hüpfen von einem Thema zum anderen und merken ziemlich schnell, dass ihnen der Gesprächsstoff nicht ausgeht.

 

Schließlich muss der junge Mann aber weiter und bietet der jungen Frau an, sie ein Stück des Weges mitzu­nehmen, damit beide ihr anregendes Gespräch unterwegs fortsetzen können. Während der Fahrt durch Polen kommen die zwei so einander immer näher. Ihre Gespräche kreisen um die schwierige polnische Sprache, um Liebe, Sex und die ersten Drogen. Sie reden und reden, aber das ist nur der Text. Im Untertext liegt eine immer stärkere Faszination füreinander. Und noch bevor sich die Wege trennen, schlägt Anna daher vor, dass Philipp seine Ankunft um einen Tag verschiebt. Sie verspricht dafür im Gegenzug, ihm eine Insel mit pinkfarbenen Flamingos zu zeigen. Er überlegt einen kurzen Moment und schlägt ein.

 

Der weitere Weg führt beide durch Teile einer malerischen und unberührten Landschaft in Polen. Sie nehmen einen uralten Mann mit, der sie mit einer Geschichte über seine längst verstorbene Frau zutiefst rührt. Und etwas später überredet sie ihn zu einem alten polnischen Brauch. Beide sollen im Wald einem alten Baum Geheimnisse anvertrauen, von denen sonst niemand weiß. Aus den Peinlichkeiten, die jeder von sich Preis gibt, werden schnell Komplimente füreinander. Ein bezaubernder Moment, der jedoch durch eine Horde von Männern gestört wird, die ihren Junggesellenabschied feiern. Erst nachdem die Eindringlinge wieder verschwunden sind, küssen die beiden sich.

 

Kurz darauf stoppen sie in einer malerischen Kirche. Der unverhoffte Aufenthalt in dem Gotteshaus lenkt das Gespräch auf Fragen nach Sinn und Aufgabe des menschlichen Lebens. Schnell zeigt sich, dass beide in unterschiedlichen Kreisen aufgewachsen sind. Sie verteidigt die Kirche als Institution, während er lediglich auf den Glauben setzt.

 

Über eine Banalität kommt es dann zum ersten Streit, der aber schnell wieder beigelegt ist. Schließlich erreichen beide ein kleines Dorf und werden beide von einer Hochzeitgesellschaft eingeladen. Die Feier führt dazu, dass jeder von ihnen endlich auch über die alten Beziehungen redet. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt, und er wurde vor kurzem verlassen.

 

Gegen Abend ziehen beide sich dann an einen See zurück und genießen einen romantischen Moment der Einsamkeit. Und obwohl die Versuchung groß ist, beschließen die zwei, nicht miteinander zu schlafen. Stattdessen wollen sie sich in drei Monaten an einem polnischen Berg wieder treffen, um so zu sehen, wie Ernst es um ihre Gefühle wirklich bestellt ist. Kaum ist der Schwur gemacht, sehen sie, wie sich im Morgengrauen eine Gruppe von Störchen gegen die aufgehende Sonne erhebt, die das Gefieder der Tiere im Gegenlicht wie Flamingos erscheinen lässt.

 

Nach diesem Erlebnis ist es Zeit für den Abschied. Der junge Mann bringt die junge Frau noch zu einer Fähre, wo er ihr, bevor er alleine weiter zu seinem Kongress aufbricht, die Liebe gesteht. Er will auf jeden Fall zu dem vereinbarten Treffen kommen.

Am Ende steigt er in seinen Wagen und fährt los. Die Musik aus dem Autoradio untermalt die Plätze, an denen beide sich ausgetauscht haben, menschenleer, aber voller Magie...