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Mazury (Film Noir)

 

Auf einer verlassenen Landstraße in Masuren wird der verletzte HAGEN (33) von einem Polen aufgelesen und zu einem Arzt gebracht. Als die Frau des Arztes in der Tasche des mittlerweile phantasierenden Hagen ein Bündel Geld entdeckt, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht, als sie dann jedoch einen Revolver sieht, verlässt sie fluchtartig den Raum und schaltet zuvor das Licht aus.

 

Im Dämmerzustand erinnert Hagen sich...

...an Berlin. Hagen ist eigentlich Schriftsteller, verdient sein Geld aber als Fahrradkurier. Die Geschäfte laufen nicht besonders gut und auch mit seiner Freundin EVA gibt es Spannungen. Eva hat ein Engagement als Stilistin bei einem Film angenommen. Sie muss für die Dreharbeiten mehr als drei Monate nach Polen gehen. Hagen ist enttäuscht und lässt sie auf der Straße stehen.

 

Kaum ist Eva aufgebrochen, versucht er KLARA, eine Bekannte seiner Freundin zu verführen. Klara erteilt ihn jedoch eine Abfuhr, auch weil er ihr nichts zu bieten hat. Wieder alleine erkennt Hagen seinen Fehler, ruft bei Eva in Polen an, gesteht ihr seine Liebe und verspricht, sich sofort auf den Weg zu machen.

 

Da Hagen die gesamten Ersparnisse für einen Ring ausgegeben hat, bleibt kein Geld mehr für den Transfer und so macht er sich mit dem Fahrrad auf den Weg. Drei Tage dauert die Reise, das hat er ausgerechnet.

 

Schon am nächsten Morgen bricht Hagen auf. Sein Weg führt ihn über malerische Landstraßen, vorbei an Seen und kleinen Dörfern. Auf einem Parkplatz ist es dann ein deutscher Geländewagen, der das Fahrrad von Hagen umstößt, über das Hinterrad rollt und es verbiegt.

 

Der Fahrer (NOWAK) bietet sofort Geld zur Entschädigung und nimmt Hagen in die nächste Stadt mit. Es fällt Hagen auf, dass Nowak nervös wirkt und ständig Tabletten in sich hineinstopft. Schließlich berichtet er, nach einer Frau zu suchen. Aber Hagen kann ihm nicht helfen.

 

Die beiden halten an einer Tankstelle, wo Nowak den Wagen auffüllt und ebenfalls nach dem Mädchen fragt. Der Angestellte sieht, wie Nowak ein dickes Bündel Geld aus der Tasche zieht, um zu bezahlen. Danach humpelt er zu seinem Wagen zurück.

 

Weil Nowak zu erschöpft ist, bittet er Hagen, den Rest der Strecke weiter zu fahren. Während Hagen an seine Freundin denkt, nickt Nowak auf dem Beifahrersitz ein, kippt dann in einer Kurve plötzlich auf die Fahrerseite, so dass Hagen anhalten muss.

 

Regen setzt ein. Hagen umrundet den Wagen, öffnet die Beifahrertür und sieht, dass Nowak verletzt ist, dass er aus einer Wunde unter dem Bauch blutet. Im Handschuhfach sucht er nach einem Verbandskasten. Stattdessen fällt ihm ein Revolver entgegen. Ungeschickt hebt Hagen die Waffe auf. Aber Nowak kann sowieso niemand mehr helfen. Er ist verstorben.

 

In Panik und von der Angst geleitet, dass ihm die Polizei das Verbrechen anhängen wird, beschließt Hagen den Toten an einer Böschung hinter einer kleinen Brücke abzulegen. Zuvor zieht er dem Verstorbenen aber noch die Kleider aus und fährt alleine mit dem Wagen weiter.

 

An einem Rastplatz will er die Kleidung wechseln. Wie aus dem nichts rollt plötzlich ein Polizeiwagen heran. Der Beamte fragt nach den Papieren. Hagen zeigt den Fahrzeugschein. Und der Führerschein? Hagen versteht nicht. Er muss aussteigen. In dem Moment ertönt eine Nachricht auf Polnisch aus dem Funkgerät. Der Beamte eilt zu seinem Wagen, erwidert etwas über Funk, schaltet dann das Blaulicht an und rast davon.

 

Hagen beschließt weiter zu fahren, um sich dann irgendwann in der Nacht von dem Wagen zu entledigen. Zuvor kauft er in der Kleinstadt noch einen Hinterreifen für sein Rad. Dann beschließt er, unter dem Namen Nowak in einem Hotel abzusteigen, um so den Eindruck zu erwecken, dass der Verstorbene zu diesem Zeitpunkt noch lebt.

 

Am nächsten Tag kauft er auf den Namen Nowak noch eine teure Uhr. Am Stadtrand nimmt er schließlich noch in einem kleinen Imbiss eine Mahlzeit zu sich. Hier trifft er auf eine junge Frau (OLGA), fühlt sich von ihr angezogen und ist bereit, sie ein Stück mitzunehmen.

 

Zunächst spricht Olga nicht besonders viel, lauscht der Musik aus ihrem MP3-Player. Doch plötzlich erkundigt sie sich wie aus heiterem Himmel nach Nowak. Es stellt sich heraus, dass sie die Frau ist, nach der Nowak gesucht hat, und jetzt hat Olga den Wagen wieder erkannt.

 

Hagen erzählt ihr, was passiert ist, aber Olga glaubt ihm kein Wort. Sie nimmt ihm erst einmal das Geld ab, erklärt sich dann dazu bereit, den Wagen gemeinsam mit ihm kurz hinter der weißrussischen Grenze zu verkaufen.

 

Also machen beide sich auf den Weg. Der Händler den Olga kennt, ist jedoch nicht in seinem Laden. Sie müssen bis zum nächsten Tag warten und beschließen, als Ehepaar getarnt in einer billigen Ferienbungalowsiedlung abzusteigen.

 

Um die Zeit tot zu schlagen, wird eine Flasche geleert. Angeheitert fängt Olga an, aus ihrem Leben zu erzählen. Als sie dann versucht, sich ihm zu nähern, reagiert Hagen abweisend. Gekrängt zieht Olga sich in ihr Zimmer zurück.

 

Kaum ist Olga zu Bett gegangen, versucht Hagen seine Freundin anzurufen, hat dann aber doch Angst, dass er belauscht wird und legt auf.

 

Am nächsten Tag fahren beide zum Gebrauchtwagenhändler. Der Händler durchschaut Hagen aber sofort, ist nur bereit, einen mickrigen Preis zu zahlen. Während Hagen verhandelt, findet Olga im Wagen das alte Handy von Nowak und auf dem Handy eine Botschaft, die eine neue Lieferung ankündigt.

 

Bevor Hagen aus Verzweiflung einschlägt, zieht Olga ihn aus dem Büro des Gebrauchtwarenhändlers. Plötzlich will sie nicht mehr verkaufen. Aber der Händler beharrt auf dem Geschäft. Es kommt zu einem Gerangel. Ein Schuss fällt, und der Händler bleibt tot zurück. Olga und Hagen machen sich im Wagen auf die Flucht.

 

Etwas später am Straßenrand zeigt sie Hagen die Nachricht auf dem Handy von Nowak. Eine Ladung ukrainischer Mädchen soll eintreffen und für Geld nach Deutschland geschleust werden. Olga will Hagen zwingen, diesen Job zu übernehmen. Nur wenn er zustimmt, verspricht sie, ihn danach in Ruhe zu lassen. Olga war selber einmal ein Mädchen, das abgeliefert werden sollte, dann gab es jedoch Probleme wegen einer leichten Behinderung und Nowak hat beschlossen, sie zurückzugeben.

 

Zunächst schlüpfen beide erneut in der Bungalowsiedlung unter. Hagen versucht, sie von der Idee abzubringen. Aber Olga beharrt auf ihrem Entschluss. Es kommt zum Streit zwischen den beiden. Olga droht Hagen, will die Polizei anrufen. Er versucht, sie davon abzuhalten.

 

Im angetrunkenen Zustand flüchtet Olga in den Wagen, der vor dem Haus parkt und verriegelt die Türen. Das Handy entgleitet ihr, sie bückt sich, löst dabei die Handbremse und merkt nicht, wie das Fahrzeug anfängt, die steile Böschung hinunter zu rollen. Hagen versucht, das Auto zu stoppen, das ihm jedoch mit dem gesamten Gewicht über sein Bein rollt, um dann langsam zusammen mit Olga im See zu versinken.

 

Verletzt humpelt Hagen davon, wird dann von einem Polen aufgelesen, der ihn bei einem Arzt abliefert.

 

Kurze Zeit darauf erscheint die Polizei im Behandlungsraum. Die Frau des Arztes deutet auf die Pistole, die aus der Jackentasche von Hagen herausragt.